Rechts ist da, wo der Daumen links ist

Hallo, liebe Deutsche Bahn,

die S5 von Hannover nach Hameln/Paderborn hat in der Bismarckstraße eigentlich immer so gehalten, dass man in Fahrtrichtung LINKS aussteigen muss. Verwirre doch deine Fahrgäste nicht, indem du -anders als früher- auf einmal sagst, man möge RECHTS aussteigen. Da fällt man nämlich in ein tiefes Loch.

Oder liegt das daran, dass die Ansage mit einer weiblichen Stimme durchgeführt wird? Frauen sagt man ja nach, dass sie zu einem nicht geringen Teil eine Rechts-Links-Schwäche haben…

Jetzt bitte wenden

Da fährt man nichts ahnend auf der A5 Richtung Frankfurt, als man mitten im Homburger Kreuz (wo man auf die A661 Richtung Offenbach abbiegen soll) von seinem Navigationssystem aufgefordert wird: „Jetzt bitte wenden! Danach weiter auf die A661 nach Offenbach“.

Hallo? „Jetzt bitte wenden!“? Auf der Autobahn?

5 Minuten Verspätung

„Wegen einer Signalstörung [in Unna, d. Red.] haben wir zurzeit 5 Minuten Verspätung. Ihre Anschlüsse in Hamm werden alle erreicht.“ – Liebe Bahn, bisher hieß es doch, dass es bei einer Ankunft bis zu fünf Minuten nach Fahrplanangabe keine Verspätung sei, sondern nur eine Verzögerung. Heißt das jetzt, dass wir in Wirklichkeit 5+5=10 Minuten Verspätung haben?

Nein, das heißt es nicht. Es bedeutet einfach nur, dass deine Mitarbeiter vor Ort und im Zug gottseidank noch fähig sind, klare Worte zu sprechen und sich nicht hinter Polemiken verschanzen. Danke dafür!

Die Bahn kommt… Oder auch nicht

„Sehr verehrte Fahrgäste, im Namen der Deutschen Bahn begrüße ich Sie als Zugchefin im ICE von A nach B über C. Mein Name ist Martina Mustermann. Mein Team und ich wünschen Ihnen eine gute Reise! Ich möchte Sie dann noch auf unser Gastronomieangebot hinweisen, im vorderen Zugteil im Wagen 35 und im hinteren Zugteil im Wagen 25 befinden sich unsere Bord-Restaurants mit Bistrobereichen. Passagiere der 1. Klasse werden von uns auch gern am Platz bedient.“

So oder so ähnlich ist es in den Fernzügen, allen voran in den ICE der DB, zu hören, kurz nachdem der Zug abgefahren ist (dass die Durchsage heute nach der Abfahrt in Wuppertal und Hagen nicht erfolgte, ist ein anderes Thema 😉 ) . Das Servicepersonal läuft auch regelmäßig durch die Wagen der 1. Klasse, um zu fragen, ob die Passagiere etwas aus dem Restaurant wünschen. Eigentlich ein angenehmer Service, auch wenn ich ihn noch nie in Anspruch genommen habe, da bislang kein Bedarf bestand (und auch die Preise hier 1. Klasse sind).

Eine Frage bleibt da aber: Warum kommt das Servicepersonal zu jeder Zeit, aber ausgerechnet zwischen 12 und 14 Uhr wird darauf verzichtet? Angst vor dem Umsatz, der gemacht werden würde, wenn der Passagier etwas zu Essen bestellen würde? Ok, es gibt – zumindest im ICE der zweiten Generation – alle vier Sitzreihen einen Knopf, den der Kunde drücken könnte, wenn er unbedingt was haben möchte. Nur weiß das erstens nicht jeder, und zweitens kann Nachfrage auch durch Proklamierung des Angebots erfolgen – andere sagen Werbung dazu. Und das sähe halt so aus, dass auch zur Mittagszeit einfach mal durch die 1. Klasse gegangen werden sollte um die Passagiere zu fragen, ob sie etwas essen oder trinken möchten…

Liebe Bahn, ich sitze gerade – unterwegs gen Heimat – in einem deiner weißen Züge mit rotem Streifen (derzeit zwischen Hagen und Hamm) und schreibe unter anderem an diesem Text, erledige aber auch noch andere wichtige Aufgaben. Da ich mein Notebook und eine Reisetasche dabei habe, aber allein reise, möchte ich diese Sachen nicht allein am Platz stehen lassen. Und ich würde durchaus auch ein Baguette oder ein Sandwich bestellen, wenn einer deiner Service-Mitarbeiter mal vorbeikäme. Aber so groß, dass ich den Serviceknopf zwei Reihen weiter drücken würde, ist mein Hunger auch nicht. Also fällt das Mittagessen heute aus, und du (bzw. dein Catering-Service, der früher mal Mitropa bzw. DSG hieß) hast Umsatz verpasst.

Liebe Taxifahrer,

was ist eigentlich das Erste, das Ihr in Eurer Taxifahrerausbildung lernt? Man könnte den Eindruck bekommen, dass vor allem Nölen und Meckern auf dem Plan stehen, während das Auswendiglernen des Stadtplans mit Straßennamen und POIs (Points of Interest) nur eine Nebensache ist.

Zumindest kann ich es mir nicht anders erklären, dass ich diese Woche bei vier Taxifahrten in Bonn genau vier solcher Nöl-Fahrten mitmachen musste. Warum war diese Woche so anders als die letzten Wochen, wo das zwar auch vorkam, aber eher die Ausnahme war?

Lag es daran, dass die Fahrten „nur“ 12 Euro kosteten (von Bonn Hbf nach Bad Godesberg bzw. zwischen Bad Godesberg und Kessenich) und es sich nicht um die lukrativen 35-Euro-Fahrten zum Flughafen Köln/Bonn gehandelt hat?

Besonders schlimm waren die zwei Fahrten, wo ich mangels Bargeld (ich vergaß, ausreichend davon mitzunehmen) mit Kreditkarte zahlen musste – sicherlich mache ich das bei so kleinen Beträgen eher nicht gern, aber es ging nun mal nicht anders. Zeter, Mordio! Immerhin habe ich dabei auch mitbekommen, dass Prozentrechnung nicht zu Eurer Ausbildung zu gehören scheint: Denn man wollte mir doch glatt weismachen, dass bei Kreditkartenzahlung 5% Disagio und 19% Mehrwertsteuer, insgesamt also 24% runtergingen. Bruhaha – die Korrektur der Aussage dieses ziemlich unverschämten Kollegen habe ich mir dann doch lieber erspart, auf so ein Niveau gebe ich mich nicht herunter.

Ist ein Taxifahrer hier, der den Fehler des Kollegen korrigieren will? Vielleicht liest er ja zufällig diesen Blogeintrag – wobei ich eher wenig Hoffnung habe, dass er dazu fähig ist 🙁

Liebe Taxifahrer, es ist nicht mein Problem, wenn es in einer Stadt wie Bonn 230 Taxiunternehmen gibt, was für eine Stadt wie Bonn eigentlich viel zu viel ist und sich so am Hauptbahnhof die Taxen stapeln oder auch z. B. am Taxistand in der Kennedyallee fast nur Kurzstreckenaufträge kommen. Wenn es Euch nicht passt, fahrt kein Taxi – eure Kollegen werden es euch danken. Und ich übrigens auch, wenn ich wieder – wie noch vor wenigen Wochen – freundliche Taxifahrer bekomme, die nicht nur Meckern und Nölen können. Ich habe ja die Hoffnung, dass meine Erlebnisse dieser Woche nur am bevorstehenden Karneval lagen…

Ach so, nochwas: Von Bad Godesberg nach Kessenich fährt man idealerweise über Dottendorf. Und nicht den zwei Euro teuren Umweg über die Reuterbrücke…

Wenn einer eine Reise tut…

Heute möchte ich von einer Dienstreise mit der Deutschen Bahn AG berichten, da ich diese doch sehr bemerkenswert fand. Eines Vorab: Ich war bislang nicht sonderlich Fernverkehrserfahren, IIRC zwei mal in den Urlaub, einmal nach Stuttgart, alles andere bahnmäßige beschränkte sich auf den Nahverkehr (wenngleich ich auch einige Jahre fast täglich mit der „S“-Bahn nach Hannover gefahren bin). Insofern habe ich (und meine ebensowenig fernverkehrserfahrenen Kollegen) wohl ein paar Fehler gemacht, die Profis nicht passiert wären. Aber man ist ja lernwillig 😉

Tag der Reise: Do., 11.01.07.

Geplante Fahrt:
HIN:

S5 Hameln ab 6:44
  Paderborn Hbf an 7:45
RB 39862 Paderborn Hbf ab 7:51
  Hamm(Westf) an 8:45
ICE 956 Hamm(Westf) ab 8:54
  Köln Hbf an 10:09
IC 2015 Köln Hbf ab 10:18
  Bonn Hbf an 10:35

RÜCK:

ICE 651 Bonn Hbf ab 14:25
  Hannover Hbf an 17:28
S5 Hannover Hbf ab 17:55
  Hameln an 18:40

Und so sah die Wirklichkeit aus:

Wenn einer eine Reise tut… weiterlesen