Schnitzler, Hubert, Plate

Werbespot(t) im Radio (WDR EinsLive): „Mein Sohn, was sind das für Fotos? Du vor einem $luxusobjekt, auf $irgendeinerinsel. Treibst du dich mit irgendwelchen komischen Leuten rum?“ – „Ja, mit dem Herrn Schnitzler, Herrn Hubert und Herrn Plate. Meine Anlageberater von der Sparkasse.“

Ähm, hallo? Dem Herrn Schnitzler von der Sparkasse? Ok, man soll niemanden anhand seines Namens verurteilen. Aber dennoch halte ich den Namen für eine Werbesendung für unangebracht, weckt das doch unangenehme Erinnerungen an den Propagandachef des DDR-Fernsehens.

Köhler konnte nur verlieren

Heute wurde bekannt, dass Bundespräsident Horst Köhler die Begnadigung der ex-RAF-Terroristen Christian Klar und Birgit Hogefeld abgelehnt hat. Eine Entscheidung, über die man streiten kann, die ich persönlich aber gut finde.

Allerdings hat die Sache einen sehr faden Beigeschmack: Denn wie man es auch dreht und wendet, Köhler konnte bei der Frage, ob er der Begnadigung Klars zustimmt oder nicht, nur verlieren. Durch die offene Drohung der CSU, bei der nächsten Bundespräsidentenwahl 2009 Köhler die Unterstützung zu versagen, erscheint es jetzt so, als ob diese mögliche Erpressung der bairischen „Politiker“ (als Normalsterblicher fragt man sich, ob da nicht sogar strafrechtliche Brisanz versteckt ist) gewirkt habe. Unabhängig davon, ob Köhler die Begnadigung nicht sowieso abgelehnt hätte.

Wenn er Klar aber begnadigt hätte, hätte er ebenfalls verloren: Das Vertrauen des Volkes, dessen Oberhaupt er ist, und aller Wahrscheinlichkeit nach auch die nächste Wahl zum Bundespräsidenten – so er denn überhaupt antreten wird. So ganz sicher bin ich mir da ob der jüngeren und jüngsten Ereignisse nämlich nicht…

Mehrwertsteuer? Das kommt 1&1 teuer!

Wie ja jeder von uns mitbekommen hat, ist in Deutschland der allgemeine Umsatzsteuersatz von 16% auf 19% gestiegen. Perfide ist diese Erhöhung, wenn sie rückwirkend wirkt, also in allen Fällen von Dauerschuldverhältnissen. Diese gelten nämlich vor dem Gesetz als am letzten Tag ihrer Gültigkeit als erbracht. Hat man also eine Rechnung über z. B. Hosting einer Website im Mai 2006 für den Zeitraum 05.06 – 04.07 erhalten, wurde diese damals mit 16% fakturiert. Da dieses Schuldverhältnis aber erst 2007 endet, gilt die Leistung als 2007 erbracht, muss also mit 19% nachfakturiert werden. Immerhin erlaubt „Vater Staat“ ausnahmsweise die Splittung dieser Leistungen per Jahreswechsel, d. h. der bereits 2006 erbrachte Anteil darf weiterhin mit 16% fakturiert werden, nur für den 2007er Anteil müssen 19% an die Bundesrepublik Deutschland abgeführt werden.

Der Unternehmer hat in einem solchen Fall zwei Möglichkeiten, wie er damit umgeht: Er könnte alles beim Alten lassen und zahlt die Differenz zwischen 16% und 19% für das Jahr 2007 aus der eigenen Tasche. Oder aber er schreibt seinen Kunden neue Rechnungen und belastet den Differenzbetrag nach.

Der kluge Unternehmer würde ökonomisch denken und das jeweils geringere Übel nehmen: Bei Beträgen, für die der Verwaltungsaufwand (z. B. Versandkosten, Inkassokosten) höher als der Differenzbetrag ist, wird dieser Unternehmer die drei Prozentpunkte aus eigener Tasche zahlen und den Kunden in Ruhe lassen. Nur bei deutlich höheren Beträgen würde der Kunde nachbelastet werden (was im Übrigen nichteinmal zu einem außerordentlichen Kündigungsrecht des Kunden führt, außerdem kann der Kunde der Rechnung in den meisten Fällen auch nicht widersprechen, wenn diese vor Bekanntgabe der Umsatzsteuererhöhung erstellt wurde).

1&1 scheint nicht zur Gruppe der klugen Unternehmen zu gehören. Mehrwertsteuer? Das kommt 1&1 teuer! weiterlesen

GEZ kommt die Computergebühr

Die DPA schreibt heute: „Für Computer mit der Möglichkeit zum Fernsehempfang soll künftig eine GEZ-Gebühr von 5,52 Euro monatlich erhoben werden.“ (Siehe Artikel auf dem Arcor-Newsserver). Das ist falsch. Vielmehr ist für diese Computer die Fernsehgebühr in Höhe von 17,03 EUR zu zahlen.

Richtiger schreibt Heise: “ Trotz zahlreicher Proteste haben die Ministerpräsidenten der Länder am heutigen Donnerstag die Einführung einer Rundfunkgebühr für Internet-fähige Computer und Mobiltelefone beschlossen. Die Gebühr soll ab dem 1. Januar 2007 erhoben werden und 5,52 Euro pro Monat betragen.“ (ganzen Artikel lesen).

Damit haben die Ministerpräsidenten mal wieder bewiesen, wie unfähig sie sind. Es ist unglaublich, dass sie jeden Computer als neuartiges Rundfunkgerät verstehen. Jedenfalls bin ich gespannt, ob ich denn demnächst auch als neuartige Rundfunkanstalt anerkannt werde, wo ich doch selbst zu dem neuartigen Rundfunkmedium namens Internet beitrage…

Bush darf doch zur Schule

In den USA macht das Spiel „Bully“ von sich reden. Jetzt hat ein Richter entschieden, dass das Spiel auf den Markt kommen darf. Geklagt hatte ein Rechtsanwalt, der das Spiel für zu gewalttätig hielt. Und das meint er immer noch, obwohl zwei Mitarbeiter des Spielepublishers Take Two dem Richter zeigten, dass nicht mehr Gewalt vorkomme, als im frei empfangbaren Fernsehen.

Nun, der Rechtsanwalt befindet sich in guter Gesellschaft: Schließlich handelte auch die US-Regierung vor wenigen Jahren unter George W. Bush nach dieser Maxime: „Der Irak hat ganz sicher Atomwaffen, denn sonst würder er sie ja nicht vor uns verstecken.“