IPv6 only: (Noch k)eine schöne neue Welt

Im Februar 2008 hatte die NANOG während einer IPv6-Konferenz in einem Selbstversuch ausprobiert, wie das Internet aussieht, wenn man sich nur per IPv6 im Netz bewegt, ohne dass das „herkömmliche“ IPv4 zur Verfügung steht. Das Ergebnis war damals ernüchternd.

Heute, eineinhalb Jahre später, wollte ich es selbst wissen: Was erreicht man, wenn man ausschließlich per IPv6 im Netz surft, ohne IPv4 zur Verfügung zu haben? Interessant schon deshalb, weil ich meine eigenen Webseiten als auch zwei weitere Präsenzen, die bei mir auf dem Server liegen, mit IPv6-Adressen versorgt habe, mein Nameserver eine IPv6 erhalten hat und eigentlich inzwischen auch ein GLUE-Record für pothe.de bestehen sollte (wobei ich nicht weiß, wie man das überprüfen kann, die DeNIC schweigt sich dazu leider aus).

Der Testaufbau: Ein unter Ubuntu 9.04 laufender Linux-Rechner wurde zum IPv6-Router umgewandelt, ein Testsystem mit Windows Vista 32 Ultimate wurde eingerichtet, welchem die IPv4-Schicht entzogen wurde, sodass jede weitere Kommunikation ausschließlich noch per IPv6 erfolgen kann. Da die T-Home derzeit noch keinen nativen IPv6-Zugang zum Internet anbietet, wurde zwischen dem IPv6-Internet und meinem IPv6-Router (also dem Linux-PC) mit Hilfe von SixXS (sprich: Six Access) ein Tunnel durch das IPv4-Internet gebohrt. Lokal werden IPv6-Adressen über radvd verteilt.

IPv6 only: (Noch k)eine schöne neue Welt weiterlesen

Am 17.09.2009 ist der OptOutDay

ood09Vor ein paar Tagen schrieb ich hier von einer frühen Ankündigung für den OptOutDay, danach begannen die Planungen für dieses bundesweite Event. Seit gestern ist es nun offiziell und überall habe ich diesen Termin mit promoted, nur mein eigenes Blog habe ich vergessen 🙁

Worum geht es?

Wussten Sie, dass Meldebehörden Ihre Daten weitergeben dürfen?

Wussten Sie, dass Sie dagegen Widerspruch einlegen können?

Wussten Sie nicht? Dann machen Sie mit beim OptOutDay.

Wir tragen uns gemeinsam bei unseren regionalen Meldebehörden aus den offenen Listen aus, um ein Zeichen zu setzen. Warum wir diesen Schritt gehen?

Meldebehörden haben das Recht, persönliche Daten, wie zum Beispiel Adresse, Geburtstag, Konfession und Familienstand, an Dritte weiterzureichen, solange man sich nicht selbstständig und ausdrücklich in Schriftform dagegen ausspricht.

Daher veranstaltet die Piratenpartei Deutschland am 17.09.2009 den OptOutDay! Mehr Informationen »

(Text nach CC-BY-SA 3.0 von optoutday.de)

In immer mehr Städten und Gemeinden in Deutschland wird der OptOutDay veranstaltet. Machen Sie mit – einfach am Termin in Ihrer Stadt oder Gemeinde teilnehmen oder selbst organisieren!

Mehr Netz in die Parteien

ZDFHeute Abend wird es, der Ankündigung auf der Website nach zu urteilen, einen etwas ausführlicheren Bericht über die Piratenpartei in der Sendung Berlin Direkt (19:10 Uhr, ZDF) geben. Unter anderem wurde dazu auch der Vorsitzende Dirk Hillbrecht ein Tag lang vom Team des ZDF begleitet, als dieser vor wenigen Tagen das erste Parteibüro in Berlin eröffnet hatte.

Im Anschluss an die Sendung wird es die Chatmöglichkeit mit Sascha Lobo geben, der fordert, dass sich die etablierten Parteien mehr mit dem Internet beschäftigen müssten. Hierbei sollte man aber beachten, dass Lobo nicht unparteiisch ist, ist er doch aktives Mitglied des Onlinebeirats in der SPD.

Notiz am Rande: Die Europäische Kommission rügt China wegen Internetfiltern (Zitat: „Das Blockieren oder Filtern bestimmter Internet-Inhalte ist für die EU völlig inakzeptabel„). Ob Deutschland wohl auch bald von der EU gerügt wird? Immerhin werden durch das Zugangserschwerungsgesetz auch hier (nutzlose) Filter eingesetzt werden.

Piratenpartei mit Mitgliederboom

PIRATEN PARTEIDie Piratenpartei Deutschland erlebt momentan einen Boom an Parteieintritten. Innerhalb weniger Wochen wurde die Mitgliederzahl bereits verdreifacht, jeden Tag werden derzeit um die 100 Eintritte verzeichnet. Bemerkenswert ist dabei, dass – glaubt man den Foren – insbesondere viele ehemalige SPD-Mitglieder den Piraten beitreten, nachdem die große Koalition im Bundestag kürzlich das Zensurgesetz Zugangserschwerungsgesetz beschlossen hat und lediglich drei SPD-MdB, darunter der anschließend ebenfalls zu den Piraten gewechselte Jörg Tauss, das Gesetz ablehnten.

Voraussichtlich wird die Partei zur Bundestagswahl im September aber nur in 10 Bundesländern antreten können, da es im Saarland, Bremen, Sachsen und Thüringen keine Landesverbände gibt und in Brandenburg sowie Mecklenburg-Vorpommern bislang noch keine ausreichende Anzahl an Unterstützerunterschriften gibt, sodass die Erreichung der 5%-Hürde leider noch schwieriger wird, als es für eine kleine Splitterpartei sowieso schon der Fall ist.

O-Ton VI (Nicht lustig)

Zugegeben, die Überschrift ist falsch, da es keine direkte Wiedergabe der Ansprache von Peter Struck, SPD, ist, sondern Teil des Interviews mit Jörg Tauss, vormals SPD und jetzt PIRATEN, welches heute auf Deutschlandradio Kultur geführt wurde:

„Egal, wie viele Leute gegen dieses Gesetz eine Petition unterschrieben haben, egal was viele Sachverständige sagen, denkt daran, was die Medien berichten, wenn wir das Gesetz nicht durchkommen lassen.“ Dieser Wiedergabe der Aussage von Peter Struck gegenüber den Mitgliedern der SPD-Bundestagsfraktion zufolge geht es Herrn Struck also nicht um die Bürger und auch nicht um den Sachverstand, sondern ausschließlich um die Medien.

Oh, alte Dame SPD, wie tief bist du nur gesunken…