Hunger!

Na, da hatte der Administrator, der diesen (Mail-) Server eingerichtet hat, wohl ziemlichen Hunger auf eine italienisch-chinesische Spezialität:

Dec  4 17:58:50 pothe postfix/smtpd[27406]: connect from pizza.internetx.de[62.116.129.3]

Drachenwurst. Oder: Die spinnen, die Briten

Über die Ticker der Presseagenturen ging heute die Meldung, dass die zuständige Lebensmittelbehörde in Wales dem Hersteller der Wurstspezialität „Welsh Dragon“ („waliser Drachen“) untersagt habe, diesen Namen zu verwenden. Begründung: Die Natur des Fleischproduktes werde aufgrund des Produktnamens verschleiert. Da das Erzeugnis aus Schweinefleisch und Chilischoten hergestellt werde, aber keinerlei Spuren von Drachenfleisch enthalte, würde es sich bei dem Namen um Irreführung und damit unlauterem Wettbewerb handeln.

Gerüchteweise will die Bundesrepublik Deutschland aus dem gleichen Grund zukünftig den Vertrieb von Hundekuchen, Jägerschnitzel, Zigeunersoße und Kinderschokolade verbieten.

Wer ist Debora?

Bitte klärt mich auf: Wer ist Debora?

Wer sich jetzt fragt, warum ich das frage, hier die Antwort: Vor ein paar Tagen habe ich auf meinem Mailserver den Spamschutz geändert – auf der einen Seite einige sehr strenge Regeln deaktiviert, auf der anderen Seite wurde von mir Greylisting eingeführt. Nach solchen Änderungen in der Konfiguration kontrolliere ich immer über einen längeren Zeitraum die Logfiles meines Mailservers, um auszuschließen, dass „willkommene“ Nachrichten nicht ausgefiltert wurden (und für den Fall das doch, entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen und ggf. den Absender zu kontaktieren).

Dabei sind mir viele versuchte Zustellungen aufgefallen, die mehr als offensichtlich Spam sind und die deshalb vom Server gar nicht erst angenommen wurden: Entweder, weil die Empfänger-E-Mail-Adresse nicht existiert, der Einlieferer in einer Blacklist wie der sbl-xbl von Spamhaus steht oder es sich um eine dynamische IP-Adresse statt um einen anderen „normalen“ Mailserver handelt. Oder eben, weil es die erste Zustellung war und deswegen Greylisting zuschlug. An sich alles ganz normale Vorgänge. Weniger normal finde ich dagegen, welche (vermeintlichen) E-Mail-Adressen die Absender haben. Denn da finden sich hunderte, ja tausende, verschiedene, die eines gemeinsam haben: Debora. Z. B.: deboranagliati@canal13.com.ar, deborammag@canal3.com.gt, deborahmills6@cambriagroup.com, deborallanasyjay@calcanet.com, deborarodrigo@cairnmarketing.com, deborahmueck@candleinthewind.com, deboramarrocos@calimamotor.com.co usw. usf.

Alles klar? Nein! Deswegen frage ich noch einmal: Wer ist Debora?

E-Mails kosten nichts

Dass E-Mails viel zu billig sind (nämlich nahezu kostenlos), merkt man an dem vielen Spam. Und derzeit ist es schlimmer denn je, es kommt einem so vor, als würde über 99% des derzeitigen E-Mail-Verkehrs Spam sein.

Ich selbst bekomme davon nicht sehr viel mit, da der überwiegende Teil (ca. 98%) an Spam, Phishing-Mails, Würmern und Trojanern bereits auf meinem Mailserver abgefangen, d. h. geblockt oder umweltverträglich entsorgt werden. Wenn ich dann aber mal in das Logfile des Mailservers schaue, dann frage ich mich regelmäßig, wie die Spamer auf solche merkwürdigen Konstrukte an E-Mail-Adressen kommen. Hier mal eine kleine Liste, was mir nur innerhalb der letzten zwei Stunden an bespamten Zieladressen aufgefallen ist, die allesamt nicht existieren noch jemals existierten: pport@modellbahnverwaltung.de, utveamk@pothe.de, vorname.nachname@pothe.de, janhoch@pothe.de, kotikj@pothe.de, securitas@pothe.de, ktyking@pothe.de, ilovetoni@pothe.de, heidivoske@pothe.de und noch ca. 100 andere.

Scheinbar wird versucht, mit irgendwelchen unsinnigen Empfängeradressen irgendjemanden am anderen Ende zu erreichen – es gibt offensichtlich noch immer zuviele Personen, die sogenannte „Catch-All-Adressen“ eingerichtet haben, d. h. die sämtliche E-Mails in ein Postfach einliefern, welche an beliebige Namen innerhalb ihrer Domains geliefert werden. Sowas habe ich nicht, und werde jedesmal, wenn ich das Logfile des Mailservers betrachte, in meiner Ansicht bestätigt, dass diese Catch-All-Adressen überflüssig sind wie ein Kropf.

Andererseits ist es doch sehr erstaunlich, wie lange sich einmal genutzte, aber nicht mehr existente E-Mail-Adressen in Spamerkreisen halten: Nur im Zeitraum 09.09.1999 bis 28.06.2000, also gerade einmal etwas über neun Monate, wurde von mir im Usenet die Adresse control@modellbahnverwaltung.de genutzt, danach wurde sie von mir deaktiviert und nie wieder verwendet. Allein am heutigen Sonnabend (Zeitraum: 00:00 bis 16:00 Uhr) wurde versucht, an diese seit über 6 (in Worten: sechs) Jahren nicht mehr existente Adresse 547 Spams zuzustellen – was aufgrund von Spamfiltern oder letztlich spätestens an der Nichtexistenz dieser Adresse scheiterte.

Und während ich das hier schrieb, lief im Hintergrund das Logfile mit und kam kaum dazu, zu verschnaufen…

Getrocknete Schweineohren

Der Amtsschimmel hat mal wieder gewiehert: Das in einem ordentlichen Staat viel geregelt werden muss, ist klar. Aber was sich das Bundesministerium der Finanzen vor ein paar Tagen leistete, stellt vieles in den Schatten: Es wurde festgelegt, dass getrocknete Schweineohren mit dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7% gehandelt werden – unter der Bedingung, dass diese vom Menschen genießbar sind. Dann gilt das aber auch, wenn sie als Tierfutter verkauft werden.

Sind die getrockneten Schweineohren dagegen nicht vom Menschen genießbar, wohl aber noch für Tierfutter geeignet, muss der volle Mehrwertsteuersatz von 16% bzw. demnächst 19% erhoben werden. Nachzulesen ist das in dieser Veröffentlichung.

Matthias meint dazu nur trocken: Das Knabbern am Ohr des Partners ist zum Glück steuerfrei. 🙂

Bush darf doch zur Schule

In den USA macht das Spiel „Bully“ von sich reden. Jetzt hat ein Richter entschieden, dass das Spiel auf den Markt kommen darf. Geklagt hatte ein Rechtsanwalt, der das Spiel für zu gewalttätig hielt. Und das meint er immer noch, obwohl zwei Mitarbeiter des Spielepublishers Take Two dem Richter zeigten, dass nicht mehr Gewalt vorkomme, als im frei empfangbaren Fernsehen.

Nun, der Rechtsanwalt befindet sich in guter Gesellschaft: Schließlich handelte auch die US-Regierung vor wenigen Jahren unter George W. Bush nach dieser Maxime: „Der Irak hat ganz sicher Atomwaffen, denn sonst würder er sie ja nicht vor uns verstecken.“