Jetzt bitte wenden

Da fährt man nichts ahnend auf der A5 Richtung Frankfurt, als man mitten im Homburger Kreuz (wo man auf die A661 Richtung Offenbach abbiegen soll) von seinem Navigationssystem aufgefordert wird: „Jetzt bitte wenden! Danach weiter auf die A661 nach Offenbach“.

Hallo? „Jetzt bitte wenden!“? Auf der Autobahn?

Strato: „In Deckung! Kunde droht mit Auftrag!“

Wie doof muss man eigentlich sein? Bei Strato sind sie scheinbar sehr doof.

Ich wollte mir eigentlich einen kleinen vServer mieten, der als Backupsystem für E-Mails herhalten soll, falls mein eigentlicher Server, der bei Hetzner steht, mal ausfallen oder aus sonstigen Gründen nicht erreichbar sein sollte. Das Problem: Strato will scheinbar keine Kunden, wenn diese nicht ihre Mobilfunknummer angeben wollen. Oder können. Es soll nämlich auch Leute geben, die kein Mobiltelefon haben.

Eine Festnetznummer kann nicht angegeben werden, obwohl der Empfang von SMS auch dort problemlos möglich wäre. Wobei sich die Frage stellt, warum überhaupt so ein umständliches und kundenunfreundliches Verfahren gewählt wird – wahrscheinlich wollt ihr nur irgendwelche Handynummern haben, um mich mit Werbung zu belästigen?

Schnitzler, Hubert, Plate

Werbespot(t) im Radio (WDR EinsLive): „Mein Sohn, was sind das für Fotos? Du vor einem $luxusobjekt, auf $irgendeinerinsel. Treibst du dich mit irgendwelchen komischen Leuten rum?“ – „Ja, mit dem Herrn Schnitzler, Herrn Hubert und Herrn Plate. Meine Anlageberater von der Sparkasse.“

Ähm, hallo? Dem Herrn Schnitzler von der Sparkasse? Ok, man soll niemanden anhand seines Namens verurteilen. Aber dennoch halte ich den Namen für eine Werbesendung für unangebracht, weckt das doch unangenehme Erinnerungen an den Propagandachef des DDR-Fernsehens.

5 Minuten Verspätung

„Wegen einer Signalstörung [in Unna, d. Red.] haben wir zurzeit 5 Minuten Verspätung. Ihre Anschlüsse in Hamm werden alle erreicht.“ – Liebe Bahn, bisher hieß es doch, dass es bei einer Ankunft bis zu fünf Minuten nach Fahrplanangabe keine Verspätung sei, sondern nur eine Verzögerung. Heißt das jetzt, dass wir in Wirklichkeit 5+5=10 Minuten Verspätung haben?

Nein, das heißt es nicht. Es bedeutet einfach nur, dass deine Mitarbeiter vor Ort und im Zug gottseidank noch fähig sind, klare Worte zu sprechen und sich nicht hinter Polemiken verschanzen. Danke dafür!

Banken wollen Sonnabends öffnen

Wie das Handelsblatt mitteilte, wollen einige Banken, wie die Commerzbank, Sparkassen oder Volks- und Raiffeisenbanken, zukünftig auch Sonnabends öffnen, um ihren Privatkunden zu dienen. Selbst die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di stimme dem zu. Für den Privatkunden eine tolle Sache, kann er doch zukünftig auch am Sonnabend Bargeld holen, Überweisungen tätigen usw. usf.

Wie, das geht bislang auch schon? Nämlich am Geldautomaten bzw. Selbstbedienungsterminal oder Internet? Ja. Und zwar schon seit Jahren. Wowereit!

Liebe Commerzbank, Sparkasse, Volks- und Raiffeisenbanken (und wen es noch alles gibt): Es ist schön, dass ihr am Sonnabend für Eure Kunden öffnen wollt. Weniger schön ist es, dass Eure Computer ein Wochenende benötigen. Ich halte es z. B. für absolut unverständlich, dass Transaktionen nur Montags bis Freitags ausgeführt werden. Ein Computer braucht kein Wochenende zur Erholung und auch keinen Urlaub (von Wartungsaktionen mal abgesehen). Es gibt keinen einzigen Grund dafür, Sonnabends und Sonntags keine Überweisungen auszuführen, in einer Zeit, wo der Kollege Computer diese Arbeit übernimmt. Außer natürlich, dass Ihr durch die Wochenendpause für zwei Tage Zinsen in Eure eigenen Taschen steckt statt in die Eurer Kunden 🙁

Mehrwertsteuer? Das kommt 1&1 teuer!

Wie ja jeder von uns mitbekommen hat, ist in Deutschland der allgemeine Umsatzsteuersatz von 16% auf 19% gestiegen. Perfide ist diese Erhöhung, wenn sie rückwirkend wirkt, also in allen Fällen von Dauerschuldverhältnissen. Diese gelten nämlich vor dem Gesetz als am letzten Tag ihrer Gültigkeit als erbracht. Hat man also eine Rechnung über z. B. Hosting einer Website im Mai 2006 für den Zeitraum 05.06 – 04.07 erhalten, wurde diese damals mit 16% fakturiert. Da dieses Schuldverhältnis aber erst 2007 endet, gilt die Leistung als 2007 erbracht, muss also mit 19% nachfakturiert werden. Immerhin erlaubt „Vater Staat“ ausnahmsweise die Splittung dieser Leistungen per Jahreswechsel, d. h. der bereits 2006 erbrachte Anteil darf weiterhin mit 16% fakturiert werden, nur für den 2007er Anteil müssen 19% an die Bundesrepublik Deutschland abgeführt werden.

Der Unternehmer hat in einem solchen Fall zwei Möglichkeiten, wie er damit umgeht: Er könnte alles beim Alten lassen und zahlt die Differenz zwischen 16% und 19% für das Jahr 2007 aus der eigenen Tasche. Oder aber er schreibt seinen Kunden neue Rechnungen und belastet den Differenzbetrag nach.

Der kluge Unternehmer würde ökonomisch denken und das jeweils geringere Übel nehmen: Bei Beträgen, für die der Verwaltungsaufwand (z. B. Versandkosten, Inkassokosten) höher als der Differenzbetrag ist, wird dieser Unternehmer die drei Prozentpunkte aus eigener Tasche zahlen und den Kunden in Ruhe lassen. Nur bei deutlich höheren Beträgen würde der Kunde nachbelastet werden (was im Übrigen nichteinmal zu einem außerordentlichen Kündigungsrecht des Kunden führt, außerdem kann der Kunde der Rechnung in den meisten Fällen auch nicht widersprechen, wenn diese vor Bekanntgabe der Umsatzsteuererhöhung erstellt wurde).

1&1 scheint nicht zur Gruppe der klugen Unternehmen zu gehören. Mehrwertsteuer? Das kommt 1&1 teuer! weiterlesen

Testsieger auf dem Prüfstand

Schon mehrfach hat Hetzner von diversen Computerzeitschriften, allen voran den bekannten und etablierten Erzeugnissen aus dem Heiseverlag, nämlich c’t und IX, bei Vergleichen von Serverangeboten Empfehlungen eingeheimst. Der letzte entsprechende Test in der c’t 19/06 sprach eindeutig dafür. Und seit neuestem gibt es bereits ab dem Server DS3000 glatte sechs IP-Adressen dazu, fünf davon werden in einem /29-Subnetz abgebildet (d. h. 3 IP-Adressen liegen mehr oder minder sinnlos herum).

Marc Haber hat nun einen solchen Server unter die Lupe genommen, und meint eine schwere Sicherheitslücke gefunden zu haben, die bis zur Übernahme von fremden IP-Adressen führen könne. Hat die c’t, die ähnliche Probleme bei anderen Rechenzentren (etwa Strato oder Server4You) in der Vergangenheit anprangerte, das nur übersehen? Oder gibt es ein neues Problem? Eine Antwort dazu seitens Herrn Hetzner steht noch aus. Wollen wir hoffen, dass sich alles zum guten wendet – warten wir es ab. Aber nicht zu lange.

Nachtrag 11.10.2006: Mittlerweile tut sich bei Hetzner etwas diesbezüglich, wie man im Forum lesen kann. Wollen wir hoffen, dass die Umsetzung nicht zulange dauert, auch wenn die Techniker dieser Tage erstmal was anderes zu tun hatten.