Neue Regeln für E-Commerce – Preisanpassungen erforderlich

Die Europäische Union hat sich mal wieder etwas Neues ausgedacht. Um genau zu sein, hatte sie das schon 2008, aber wirksam wird es erst jetzt zum 01. Januar 2015. Die Zusammenfassung: Alle elektronisch ausgelieferten Artikel (sogenannter ESD – Electronic Software Delivery) müssen zukünftig nicht mehr im Land des Absenders, sondern im Land des Empfängers umsatzversteuert werden. Statt also in Deutschland einheitlich für alle Privatkunden innerhalb der EU 19% Umsatzsteuer zu erheben und abzuführen und somit einen identischen Warenpreis für alle Kunden zu haben, richtet sich der Endpreis ab Januar 2015 danach, in welchem Land Sie als Kunde sitzen. Wohnen Sie in Österreich oder Frankreich, müssen wir Ihnen zukünftig 20% Mehrwertsteuer berechnen (und nach Österreich bzw. Frankreich abführen), in den Niederlanden und Belgien sind es gar 21%, in Italien 22% und wenn Sie in Ungarn wohnen sogar 27%.

Leider können wir diese zusätzlichen Kosten als auch die der zusätzlichen Bürokratie nicht vollständig selbst übernehmen. Aus diesem Grund wird es zu geringen Preisanpassungen kommen, deren Preise ich hier exemplarisch für die oben genannten Ländern nennen möchte. Diese Preise gelten ab 01. Januar 2015 für die Standard-Vollversionen von AP Modellauto, AP Modellbahn, AP Briefmarke und AP Münze, die bisher einheitlich 35,- EUR kosten:

Deutschland (inkl. 19% USt.): 35,70 EUR
Österreich, Frankreich (inkl. 20% USt.): 36,– EUR
Niederlande, Belgien (inkl. 21% USt.): 36,30 EUR
Italien (inkl. 22% USt.): 36,60 EUR
Ungarn (inkl. 27% USt.): 38,10 EUR
Andere Länder der EU entsprechend dem jeweiligen USt-Satz. Bei Lieferung nach Luxemburg und Ländern außerhalb der EU bleibt es voraussichtlich bei dem bisherigen Programmpreis von 35,– EUR.

Die Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung

 

Ich habe eine Gesellschaft nach dem GmbH-Gesetz gegründet, die u. a. zukünftig auch den Vertrieb meiner Software übernehmen wird. Damit andere, die ähnliches vorhaben, einen Einblick bekommen, wie die Gründung heutzutage ablaufen kann – auch im zeitlichen Hinblick – habe ich hier einmal aufgeschrieben, wie die Gründung der Gesellschaft mit beschränkter Haftung bei mir ablief.

Vorbereitende Maßnahmen wie Überlegungen zum Business-Plan, Geschäftsmodell usw. bleiben außen vor, da dieses individuell jeder Gründer selbst vornehmen muss.

Bei mir lagen die Prämissen darin, dass die GmbH nur geringen Kapitalbedarf hat, daher als haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft firmieren wird. So entstand die heute bestehende proWeser UG (haftungsbeschränkt) mit Sitz in Hameln. Die Gründung selbst sollte nach dem Musterprotokoll erfolgen, da dieses für mich ausreichend erschien (keine weiteren Anteilseigner) und dieses deutliche Kostenvorteile gegenüber einem individuellen Gesellschaftsvertrag hat.

Außerdem ist mit dem Musterprotokoll die sogenannte Gründung in einem Tag möglich. Haha. Selten so gelacht. Polartag oder so war damit wahrscheinlich gemeint 😉

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Die Entdeckung der Langsamkeit

Der Staat zwingt uns Steuerbürger, sofern ein Gewerbebetrieb besteht, zur elektronischen Abgabe diverserster Steuererklärungen. Dazu gibt es die „Elster“-Software. Ein tolles Ding. Die Einreichung der Einkommensteuererklärung mit Elster dauert unter Windows 7 mal eben locker flockige 45 Minuten nur für die Datenübertragung!

Und auch das Update auf die neueste Programmversion braucht etwas länger als üblich. Nachfolgend ein Screenshot – man könnte meinen, der Rechner sei mit altem, analogem Modem angeschlossen – doch das ist falsch: Es handelt sich um einen VDSL-Anschluss mit 50 MBit/s, und gehört damit zu den schnellsten Internetanschlüssen in Deutschland, die auch für Privatpersonen und kleine Selbstständige erhältlich und bezahlbar ist.

Am 17.09.2009 ist der OptOutDay

ood09Vor ein paar Tagen schrieb ich hier von einer frühen Ankündigung für den OptOutDay, danach begannen die Planungen für dieses bundesweite Event. Seit gestern ist es nun offiziell und überall habe ich diesen Termin mit promoted, nur mein eigenes Blog habe ich vergessen 🙁

Worum geht es?

Wussten Sie, dass Meldebehörden Ihre Daten weitergeben dürfen?

Wussten Sie, dass Sie dagegen Widerspruch einlegen können?

Wussten Sie nicht? Dann machen Sie mit beim OptOutDay.

Wir tragen uns gemeinsam bei unseren regionalen Meldebehörden aus den offenen Listen aus, um ein Zeichen zu setzen. Warum wir diesen Schritt gehen?

Meldebehörden haben das Recht, persönliche Daten, wie zum Beispiel Adresse, Geburtstag, Konfession und Familienstand, an Dritte weiterzureichen, solange man sich nicht selbstständig und ausdrücklich in Schriftform dagegen ausspricht.

Daher veranstaltet die Piratenpartei Deutschland am 17.09.2009 den OptOutDay! Mehr Informationen »

(Text nach CC-BY-SA 3.0 von optoutday.de)

In immer mehr Städten und Gemeinden in Deutschland wird der OptOutDay veranstaltet. Machen Sie mit – einfach am Termin in Ihrer Stadt oder Gemeinde teilnehmen oder selbst organisieren!

An das Finanzamt Hameln

Sehr geehrte Finanzbeamtin, sehr geehrter Finanzbeamter,

Sie haben es versäumt, die hier nicht aufgeführten fälligen Beträge von meinem Konto einzuziehen.

Bitte ziehen Sie innerhalb einer Woche
– die rückständigen Steuern bzw. Abgaben,
– nicht aber die in Ihrer Mahnung ausgewiesenen Säumniszuschläge und
– auch nicht die durch den Beginn eines weiteren Säumnismonats verwirkten Säumniszuschläge
von meinem, Ihnen bekannten Konto ein.

Bei Nichtbeachtung dieser Mahnung ist der Steuerzahler gezwungen einen Rechtsanwalt zur Wahrung seiner Interessen einzuschalten. Dadurch entstehen Ihnen Unannehmlichkeiten und weitere Kosten.

Zum Einzug der rückständigen Beträge, beachten Sie bitte die Einzugsermächtigung, die ich Ihnen zusammen mit der Steuererklärung eingereicht habe!

Falls Sie den angeforderten Betrag inzwischen eingezogen haben, teilen Sie mir dies bitte auf der Rückseite dieses Blogs mit.
Bitte wenden Sie sich an Ihren zuständigen Steuerzahler, wenn Sie Fragen zu dieser Mahnung haben.

Hochachtungsvoll
Ihr Steuerzahler

Anmerkung: Liebes Finanzamt, ich finde es sehr schön, wenn du Auszubildende und Praktikanten beschäftigst. Noch schöner fände ich es, wenn die Auszubildenden und Praktikanten auch von erfahrenen Kräften kontrolliert würden. Es ist unschön, wenn der Steuerzahler deine Fehler ausbaden muss. Und das in diesem Fall bei mir schon zum zweiten Mal in diesem Jahr.

P.S.: Liebes Finanzamt, ich hoffe, dass ich es geschafft habe, in diesem Blogbeitrag die gleichen Rechtschreib- und Grammatikfehler einzubauen, die auch in deiner unberechtigten Mahnung vorhanden sind. Sollte der ein oder andere Fehler fehlen, bitte ich um Entschuldigung!

Neues von der Steuer

Jürgen Melchior berichtet in Heft 29/2007 des DStR über Änderungen im deutschen Steuerrecht ab 2008.

So wird darauf hingewiesen, dass es für nach dem 31.12.2007 angeschaffte oder hergestellte bewegliche Wirtschaftsgüter keine degressive Abschreibungsform mehr geben wird. Ok, kann man mit leben.

Wesentlich abstruser ist aber die Regelung, die sogenannte „Geringwertige Wirtschaftsgüter“ betrifft. Bislang durften Wirtschaftsgüter, die einen Anschaffungspreis von 410 Euro nicht überschreiten, sofort voll abgeschrieben werden – hierbei bestand bzw. besteht noch Wahlrecht. Zukünftig wird diese Betragsgrenze auf 150 Euro gekappt. Neu ist, dass bei einem Betrag, der zwischen 150 und 1000 Euro liegt, ein jahrgangsbezogener Sammelposten angelegt werden muss, der dann über fünf Jahre abgeschrieben wird – unabhängig davon, ob es sich um ein Gut handelt, welches normalerweise innerhalb von zwei Jahren abgeschrieben wird oder innerhalb von 10 Jahren. Und um das Ganze noch interessanter zu machen: Diese Regelung gilt nur für Bilanzierer – wer die Ãœberschussrechnung betreibt, für den ändert sich nichts.

Wie war das noch mit der Vereinfachung des Steuerrechts?

Drachenwurst. Oder: Die spinnen, die Briten

Über die Ticker der Presseagenturen ging heute die Meldung, dass die zuständige Lebensmittelbehörde in Wales dem Hersteller der Wurstspezialität „Welsh Dragon“ („waliser Drachen“) untersagt habe, diesen Namen zu verwenden. Begründung: Die Natur des Fleischproduktes werde aufgrund des Produktnamens verschleiert. Da das Erzeugnis aus Schweinefleisch und Chilischoten hergestellt werde, aber keinerlei Spuren von Drachenfleisch enthalte, würde es sich bei dem Namen um Irreführung und damit unlauterem Wettbewerb handeln.

Gerüchteweise will die Bundesrepublik Deutschland aus dem gleichen Grund zukünftig den Vertrieb von Hundekuchen, Jägerschnitzel, Zigeunersoße und Kinderschokolade verbieten.

Getrocknete Schweineohren

Der Amtsschimmel hat mal wieder gewiehert: Das in einem ordentlichen Staat viel geregelt werden muss, ist klar. Aber was sich das Bundesministerium der Finanzen vor ein paar Tagen leistete, stellt vieles in den Schatten: Es wurde festgelegt, dass getrocknete Schweineohren mit dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7% gehandelt werden – unter der Bedingung, dass diese vom Menschen genießbar sind. Dann gilt das aber auch, wenn sie als Tierfutter verkauft werden.

Sind die getrockneten Schweineohren dagegen nicht vom Menschen genießbar, wohl aber noch für Tierfutter geeignet, muss der volle Mehrwertsteuersatz von 16% bzw. demnächst 19% erhoben werden. Nachzulesen ist das in dieser Veröffentlichung.

Matthias meint dazu nur trocken: Das Knabbern am Ohr des Partners ist zum Glück steuerfrei. 🙂