Die Telekom Odyssee – Drama in 5 Akten

Die Zeit vergeht schnell. Anders als im Artikel „Endlich wieder online“ angekündigt, hatte ich es nicht geschafft, schon am folgenden Wochenende weiter über meinen Wechsel in ein Call & Surf Comfort Plus-Paket bei T-Home zu berichten. Jetzt hole ich dieses – endlich – gern nach.

1. Akt

Es ist der 17.10.2008. Ich komme gegen Mittag von der Arbeit nach Hause und freue mich schon, schließlich soll heute doch endlich mit 14tägiger Verzögerung mein T-Home Call&Surf Comfort Plus geschaltet werden. Zunächst einmal einen Blick in die Fritz!Box geworfen: Noch immer synchronisiert sie nur mit 6 MBit statt der bestellten 16 MBit. Nun ja, der Tag ist ja noch lang, die Umstellung wurde mir ja auch im Zeitraum 8:00 Uhr bis 18:29 Uhr versprochen. Schriftlich. Also erst noch einmal zum Briefkasten, schließlich fehlen mir ja noch die Zugangsdaten, die spätestens heute kommen müssten. Post ist gekommen, ja. Aber nichts von T-Online. Nichts von T-Home. Nichts von irgendjemanden, der auch nur im Entferntesten etwas mit der Telekom zu tun haben könnte.

2. Akt

Ich rufe die Hotline an. Immerhin ist die 0800 33 01000 kostenlos erreichbar, erwartete ich doch eine längere Wartezeit – ich sollte Recht behalten. Nach einigen Minuten sprach Silvia K. mit mir. „Oh, da ist ja einiges Schief gelaufen. Kleinen Moment bitte, ich verbinde Sie mit der Internetzugangskennungssofortmitteilungshotline (sic!), die können Ihnen eine vorübergehende Kennung mitteilen.“ So lang wie das Wortungetüm dieser Heißleine gesellte sich auch die erneute Wartezeit – 10 Minuten lang durfte ich mir den Telekom-Jingle anhören, bis endlich wieder ein Mensch mit mir sprach: Nämlich Silvia K. „Tut mir leid, ich kann leider keinen dort erreichen, bitte versuchen Sie es einfach in 5 bis 10 Minuten nocheinmal.“

3. Akt

Ich tat, wie mir geheißen. Diesesmal ging es schneller. Schon nach wenigen Augenblicken hatte ich Knut K. als Gegenüber. „Oh, da ist ja einiges Schief gelaufen. Kleinen Moment bitte, ich verbinde Sie mit der Internetzugangskennungssofortmitteilungshotline, die können Ihnen eine vorübergehende Kennung mitteilen.“ Ich ahnte ja schon schlimmes, trotzdem gab es diesesmal einen Unterschied: Nicht 10, sondern 15 Minuten lang durfte ich mir den nervigen Telekom-Jingle anhören, bis wieder jemand mit mir sprach. Dieser Jemand war – richtig: Knut K. „Bitte versuchen Sie es in einer Stunde nochmal“.

4. Akt

Also gegen 14:00 Uhr nocheinmal bei der 0800 33 01000 angerufen. Diesesmal bediente mich Renate W.-M. „Oh, da ist ja einiges Schief gelaufen. Kleinen Moment bitte, ich verbinde Sie mit der Internetzugangskennungssofortmitteilungshotline, die können Ihnen eine vorübergehende Kennung mitteilen.“ Ich ahnte ja schon schlimmes, und tatsächlich: Nach 15 weiteren Minuten Telekom-Jingle (sagte ich eigentlich schon, dass der extrem nervend ist?) hatte ich sie wieder am Hörer. Diesesmal wurde ich dann doch mal etwas ungehaltener, sodass ich endlich die Rufnummer dieser ominösen Internetzugangskennungssofortmitteilungshotline bekam – wieder eine 0800-Nummer, also kostenfrei erreichbar.

5. Akt

Ich rief die 0800 2266100 an, jene Nummer dieser ominösen Soforthotline. Zunächst hatte ich Frau Z. am Apparat, die mich nach der Vorgangsnummer fragte und mich mit Jennifer F. verband, der ich diese Vorgangsnummer noch einmal nennen musste (alles andere wäre ja auch zu einfach gewesen). Immerhin bekam ich endlich meine Zugangsdaten, bestehend aus T-Online-Nummer, Anschlusskennung, Mitbenutzerkennung und Passwort. Und dazu den Hinweis, dass es sich um vorübergehende Zugangsdaten handeln würde, die bis zum 16. Dezember gültig seien. Ich dürfte damit weder eine E-Mail-Adresse anlegen, noch irgendwo einkaufen gehen oder gar Videoload benutzen. Und die endgültigen Zugangsdaten würden mir binnen 14 Tage zugestellt (wer’s glaubt!).

Ausklang

Bis zum Abend wurde übrigens meine DSL-Geschwindigkeit wie schon erwartet nicht auf 16 MBit hochgeschraubt. Dieses geschah dann erst am Dienstag, 21.10.2008

Nachgang

Am 10.11. erhielt ich meine erste Rechnung nach der Umstellung auf diesen Tarif. Nicht nur, dass mir der volle Preis trotz eingeschränkter Leistung ab dem 17.10. berechnet wurde, tauchten für den 21.10. noch zwei Posten auf der Rechnung auf: DSL flat und Hotspot flat. Leistungen, die im Pauschaltarif enthalten sind. Da es sich nur um Pfennigbeträge handelt (weniger als 1 EUR), wäre das für mich kein Grund gewesen, bei der Telekom zu reklamieren, wenn, ja wenn, ich denn meine endgültigen Zugangsdaten zum Internet schon gehabt hätte. Da das aber nicht der Fall war, rief ich wieder bei der 0800 33 01000 an. Immerhin hat der junge Mann (dessen Name ich vergaß, mir zu notieren) endlich mal etwas für sein Gehalt getan, innerhalb von 5 Tagen erhielt ich dann endlich meine endgültigen Zugangsdaten für das Internet mitgeteilt.

Manöverkritik

Tja, ich glaube, ich muss nicht schreiben, dass ich ziemlich enttäuscht bin, dass auch in einem der teureren Telekommunikationsunternehmen derart viel schiefgeht. Bei mir hat die Telekom vermutlich kaum eine der möglichen Pannen ausgelassen, insofern dürfte der Jahresbedarf gedeckt sein und es bei anderen Kunden hoffentlich besser laufen. Derzeit überlege ich, ob ich nicht einfach mal alle Blog-Einträge zu diesem Thema ausdrucke und an Herrn Rene Obermann sende. Und meine Überlegung, doch noch auf VDSL-50 upzudaten (ist bei mir als einer der wenigen Haushalte in der Stadt verfügbar), habe ich auch bis auf Weiteres begraben.

One thought on “Die Telekom Odyssee – Drama in 5 Akten”

  1. Soso, dann bin ich also nicht der einzige, der diese Erfahrung macht. Wir haben am 1.2.2010 einen bestehenden T-DSL 1000-Vertrag sowie einen extra Telefon-Vertrag zu einem Call & Surf-Comfort (DSL 6000 + Telefonflatrate) zusammenfassen lassen. Uns wurde im T-Punkt zugesagt, dass wir noch Zugangsdaten erhalten würden und dann, sobald diese da sind und funktionieren, den alten Vertrag kündigen könnten. Ich bin nun etwas irritiert, da mit Stand vom 8.2. angeblich ein weiterer Vertrag abgeschlossen sein worden sollte (der das aber nie wurde), und inzwischen Zugangsdaten für den neuen „Anschluss“ gekommen sind, die aber erst Donnerstag freigeschaltet werden. Interessanterweise funktioniert mein Internetzugang weiter mit der alten Kennung mit der neuen Geschwindigkeit. Bin daher etwas irritiert, ob ich den zweiten „Vertrag“ (für den es unsererseuts keinen schriftlichen Auftrag gab, aber ne Auftragsbestätigung seitens der Telekomiker) nun widerrufen soll.

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