Strato – ein Abenteuer [Update]

Ich hätte es ja wissen müssen – leider war ich so doof, und habe die Nummer meiner UMTS-/GPRS-Datenkarte angegeben, als Strato unbedingt eine Handynummer haben wollte, um eine SMS zuzusenden. Der Vorteil dieser Datenkarte ist nämlich, dass sie ausschließlich für die Datenübertragung inklusive SMS geeignet ist – telefonieren ist damit nicht möglich, Anrufer erhalten nur die Ansage „Der Teilnehmer ist nicht erreichbar“. Aber für telefonische Kontakte hatte ich bei Strato ja auch meine Festnetznummer angegeben.

Nun ja, die Meldung, dass der Server eingerichtet sei und ich ihn unter config.stratoserver.net konfigurieren könne, kam dann am 09. Juli. Da ich keine Domain bestellt habe (brauche und will ich nicht), lautete die Kennung hirgendwas.stratoserver.net – das Passwort sei mir per SMS zugegangen. Aber: Die einzige SMS, die ich erhielt, war die Kennung für die Bestellbestätigung – doch wenn ich die eingebe, kommt immer nur die Meldung „Passwort ungültig“. Ein Klick auf „Passwort vergessen“ forderte Daten, die ich nicht eingeben konnte, da dazu Angaben von der Rechnung (die ich noch nicht vorliegen hatte) erforderlich sind.

Also antwortete ich auf die E-Mail:„Die Zugangsdaten sind unvollständig, bitte ermöglichen Sie mir den Zugang“ (natürlich freundlich ausformuliert). Statt einer Antwort kam die Nachricht zurück: „Auf diese Absenderadresse kann nicht direkt geantwortet werden. Bitte nutzen Sie das Kontaktformular im Kundenservicebereich“. Haha, wie witzig: Was ist eigentlich Rekursion? Nun ja, ich habe dann doch noch ein Kontaktformular gefunden. Die Antwort lies auch nur ca. zwei Stunden auf sich warten: „Leider können wir Ihnen das Passwort nur bei einer authentifizierten Email mitteilen. Damit Sie Ihr Passwort noch einmal erhalten, gehen Sie bitte wie folgt vor. Bitte gehen Sie auf https://config.stratoserver.net/ und dann auf Passwort vergessen. Dort geben Sie die gefragten Daten ein und erhalten Ihr Passwort per Email. Die Auftragsnummer und den Domainnamen entnehmen Sie bitte der Paketaufstellung, die wir Ihnen per Mail zugesandt haben.“. Ich wähnte mich im falschen Film, aber da gab es ja noch eine zweite Nachricht. Also alle Daten in das Formular eingetragen und ….. Fehler! „Der eingegebenen Vertragsnummer ist kein Server oder keine Domain zugeordnet“. Nanu? Ich hatte doch über Copy&Paste die Daten übernommen, ein Eingabefehler ist somit doch ausgeschlossen. Also noch mal probiert. Genau das gleiche Problem.

Also dem Support wieder geantwortet – per E-Mail, in der Hoffnung, dass man antworten könne. Irrtum: „550 <servicehotlinestratoag@strato.de>: Recipient address rejected: User unknown“. Also die ganze E-Mail mit der Bitte um Weiterleitung an postmaster@strato.de und info@strato.de weitergeleitet mit der Bitte um Korrektur und Weiterleitung an die entsprechenden Stellen. Doch statt einer Antwort kam diesesmal eine Mail, die von einer Ignoranz dem Kunden gegenüber zeugt: „Leider ist für uns ein Zusammenhang mit dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt zu uns, der Abuseabteilung der STRATO AG, nicht erkennbar.“

Nachdem also das Problem bis zum 11.07. noch nicht behoben war und ich keine Lust hatte, bei Problemen mit dem Gerät genauso hängengelassen zu werden, beschloss ich, die Bestellung zu widerrufen. Aber was dann kam, verschlug mir die Sprache: Nur wenige Minuten nach dem Verschicken der E-Mail kam die Nachricht „Ihre Nachricht *Widerruf* wurde ungelesen gelöscht“. Gut, das ändert nichts an der Rechtslage – im Gegenteil, ich habe sogar die Bestätigung, dass ihnen der Widerruf ordnungsgemäß zugegangen ist – aber eine derartige Ignoranz dem Kunden gegenüber ist schon wirklich erstaunlich.

Update 16:50 Uhr: Soeben hat mich ein Mitarbeiter von Strato angerufen – ein Schelm, der Böses denkt 😉 . Er hat mir versprochen, dass jetzt alles seine Wege geht, und ich habe jetzt doch noch eingewilligt, den Server doch für meinen zweiten Mailserver zu nehmen. Ich hoffe ganz stark, dass diese Entscheidung jetzt kein Fehler war.

Nichtsdestotrotz: Liebe Leute von Strato – E-Mails von Kunden entweder nicht anzunehmen oder ungelesen zu löschen, ist kein guter Zug.

Nun ja, ich hoffe mal: Alles wird gut…