Köhler konnte nur verlieren

Heute wurde bekannt, dass Bundespräsident Horst Köhler die Begnadigung der ex-RAF-Terroristen Christian Klar und Birgit Hogefeld abgelehnt hat. Eine Entscheidung, über die man streiten kann, die ich persönlich aber gut finde.

Allerdings hat die Sache einen sehr faden Beigeschmack: Denn wie man es auch dreht und wendet, Köhler konnte bei der Frage, ob er der Begnadigung Klars zustimmt oder nicht, nur verlieren. Durch die offene Drohung der CSU, bei der nächsten Bundespräsidentenwahl 2009 Köhler die Unterstützung zu versagen, erscheint es jetzt so, als ob diese mögliche Erpressung der bairischen „Politiker“ (als Normalsterblicher fragt man sich, ob da nicht sogar strafrechtliche Brisanz versteckt ist) gewirkt habe. Unabhängig davon, ob Köhler die Begnadigung nicht sowieso abgelehnt hätte.

Wenn er Klar aber begnadigt hätte, hätte er ebenfalls verloren: Das Vertrauen des Volkes, dessen Oberhaupt er ist, und aller Wahrscheinlichkeit nach auch die nächste Wahl zum Bundespräsidenten – so er denn überhaupt antreten wird. So ganz sicher bin ich mir da ob der jüngeren und jüngsten Ereignisse nämlich nicht…