Banken wollen Sonnabends öffnen

Wie das Handelsblatt mitteilte, wollen einige Banken, wie die Commerzbank, Sparkassen oder Volks- und Raiffeisenbanken, zukünftig auch Sonnabends öffnen, um ihren Privatkunden zu dienen. Selbst die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di stimme dem zu. Für den Privatkunden eine tolle Sache, kann er doch zukünftig auch am Sonnabend Bargeld holen, Überweisungen tätigen usw. usf.

Wie, das geht bislang auch schon? Nämlich am Geldautomaten bzw. Selbstbedienungsterminal oder Internet? Ja. Und zwar schon seit Jahren. Wowereit!

Liebe Commerzbank, Sparkasse, Volks- und Raiffeisenbanken (und wen es noch alles gibt): Es ist schön, dass ihr am Sonnabend für Eure Kunden öffnen wollt. Weniger schön ist es, dass Eure Computer ein Wochenende benötigen. Ich halte es z. B. für absolut unverständlich, dass Transaktionen nur Montags bis Freitags ausgeführt werden. Ein Computer braucht kein Wochenende zur Erholung und auch keinen Urlaub (von Wartungsaktionen mal abgesehen). Es gibt keinen einzigen Grund dafür, Sonnabends und Sonntags keine Überweisungen auszuführen, in einer Zeit, wo der Kollege Computer diese Arbeit übernimmt. Außer natürlich, dass Ihr durch die Wochenendpause für zwei Tage Zinsen in Eure eigenen Taschen steckt statt in die Eurer Kunden 🙁

Liebe Taxifahrer,

was ist eigentlich das Erste, das Ihr in Eurer Taxifahrerausbildung lernt? Man könnte den Eindruck bekommen, dass vor allem Nölen und Meckern auf dem Plan stehen, während das Auswendiglernen des Stadtplans mit Straßennamen und POIs (Points of Interest) nur eine Nebensache ist.

Zumindest kann ich es mir nicht anders erklären, dass ich diese Woche bei vier Taxifahrten in Bonn genau vier solcher Nöl-Fahrten mitmachen musste. Warum war diese Woche so anders als die letzten Wochen, wo das zwar auch vorkam, aber eher die Ausnahme war?

Lag es daran, dass die Fahrten „nur“ 12 Euro kosteten (von Bonn Hbf nach Bad Godesberg bzw. zwischen Bad Godesberg und Kessenich) und es sich nicht um die lukrativen 35-Euro-Fahrten zum Flughafen Köln/Bonn gehandelt hat?

Besonders schlimm waren die zwei Fahrten, wo ich mangels Bargeld (ich vergaß, ausreichend davon mitzunehmen) mit Kreditkarte zahlen musste – sicherlich mache ich das bei so kleinen Beträgen eher nicht gern, aber es ging nun mal nicht anders. Zeter, Mordio! Immerhin habe ich dabei auch mitbekommen, dass Prozentrechnung nicht zu Eurer Ausbildung zu gehören scheint: Denn man wollte mir doch glatt weismachen, dass bei Kreditkartenzahlung 5% Disagio und 19% Mehrwertsteuer, insgesamt also 24% runtergingen. Bruhaha – die Korrektur der Aussage dieses ziemlich unverschämten Kollegen habe ich mir dann doch lieber erspart, auf so ein Niveau gebe ich mich nicht herunter.

Ist ein Taxifahrer hier, der den Fehler des Kollegen korrigieren will? Vielleicht liest er ja zufällig diesen Blogeintrag – wobei ich eher wenig Hoffnung habe, dass er dazu fähig ist 🙁

Liebe Taxifahrer, es ist nicht mein Problem, wenn es in einer Stadt wie Bonn 230 Taxiunternehmen gibt, was für eine Stadt wie Bonn eigentlich viel zu viel ist und sich so am Hauptbahnhof die Taxen stapeln oder auch z. B. am Taxistand in der Kennedyallee fast nur Kurzstreckenaufträge kommen. Wenn es Euch nicht passt, fahrt kein Taxi – eure Kollegen werden es euch danken. Und ich übrigens auch, wenn ich wieder – wie noch vor wenigen Wochen – freundliche Taxifahrer bekomme, die nicht nur Meckern und Nölen können. Ich habe ja die Hoffnung, dass meine Erlebnisse dieser Woche nur am bevorstehenden Karneval lagen…

Ach so, nochwas: Von Bad Godesberg nach Kessenich fährt man idealerweise über Dottendorf. Und nicht den zwei Euro teuren Umweg über die Reuterbrücke…

Mehrwertsteuer? Das kommt 1&1 teuer!

Wie ja jeder von uns mitbekommen hat, ist in Deutschland der allgemeine Umsatzsteuersatz von 16% auf 19% gestiegen. Perfide ist diese Erhöhung, wenn sie rückwirkend wirkt, also in allen Fällen von Dauerschuldverhältnissen. Diese gelten nämlich vor dem Gesetz als am letzten Tag ihrer Gültigkeit als erbracht. Hat man also eine Rechnung über z. B. Hosting einer Website im Mai 2006 für den Zeitraum 05.06 – 04.07 erhalten, wurde diese damals mit 16% fakturiert. Da dieses Schuldverhältnis aber erst 2007 endet, gilt die Leistung als 2007 erbracht, muss also mit 19% nachfakturiert werden. Immerhin erlaubt „Vater Staat“ ausnahmsweise die Splittung dieser Leistungen per Jahreswechsel, d. h. der bereits 2006 erbrachte Anteil darf weiterhin mit 16% fakturiert werden, nur für den 2007er Anteil müssen 19% an die Bundesrepublik Deutschland abgeführt werden.

Der Unternehmer hat in einem solchen Fall zwei Möglichkeiten, wie er damit umgeht: Er könnte alles beim Alten lassen und zahlt die Differenz zwischen 16% und 19% für das Jahr 2007 aus der eigenen Tasche. Oder aber er schreibt seinen Kunden neue Rechnungen und belastet den Differenzbetrag nach.

Der kluge Unternehmer würde ökonomisch denken und das jeweils geringere Übel nehmen: Bei Beträgen, für die der Verwaltungsaufwand (z. B. Versandkosten, Inkassokosten) höher als der Differenzbetrag ist, wird dieser Unternehmer die drei Prozentpunkte aus eigener Tasche zahlen und den Kunden in Ruhe lassen. Nur bei deutlich höheren Beträgen würde der Kunde nachbelastet werden (was im Übrigen nichteinmal zu einem außerordentlichen Kündigungsrecht des Kunden führt, außerdem kann der Kunde der Rechnung in den meisten Fällen auch nicht widersprechen, wenn diese vor Bekanntgabe der Umsatzsteuererhöhung erstellt wurde).

1&1 scheint nicht zur Gruppe der klugen Unternehmen zu gehören. Mehrwertsteuer? Das kommt 1&1 teuer! weiterlesen