Neuer Public Hotspot in Hameln

In Hameln gibt es einen neuen öffentlichen WLAN-Hotspot: In der Gaststätte Bergklause, Vogelbeerweg 14 können Sie ab sofort mit Ihrem Notebook aufs Internet zugreifen. Und das Beste: Die Webpräsenz www.pothe.de samt Unterseiten (und damit auch dieses Blog) kann kostenlos angesurft werden. Der Zugriff auf alle anderen Seiten kostet nur 3,-€ als Tagesticket, Teilnehmer an der FON-Community mit Status „Linus“ können auf alle Seiten kostenlos zugreifen.

Enjoy the Net!

Der Tod des Alfred H.

Als Außenstehender fragt man sich, was jemanden bewegt, den Freitod zu wählen. In der Nacht von Freitag auf Sonnabend war es mal wieder soweit: In Hameln ist eine Person vom 10. Stock des Rathauses in die Tiefe gesprungen und hat sich so das Leben genommen.

Und doch ist hier etwas anders als „normal“. Denn gesprungen ist nicht irgendwer, sondern Alfred H., seines Zeichens Fraktionsvorsitzender einer großen Partei im Rat der Stadt Hameln. Und so war es recht interessant zu sehen, wie die Medien dieses Ereignis verarbeiten würden.

Als Kommunalpolitiker ist Alfred H. wohl zu unbekannt, als dass das Ereignis in den Boulevard-Blättern verarbeitet werden würde. Ansonsten hätte eine Zeitung wie die BILD vermutlich den Hochhaustrakt des Hamelner Rathauses auf eine ganze Seite abgebildet mit einem dicken roten Pfeil, der nach unten zeigt und dieses mit der Überschrift „Hier sprang Alfred H. in den Tod“ versehen. Aber, wie gesagt, vermutlich zu unbedeutend, als dass diese Geschmacklosigkeit wirklich stattfindet.

Dass lokal aber doch ein gewisser Einfluss der Familie des Selbstmörders und der Partei existiert, hat man aber an der Berichterstattung der Medien bemerkt. Der NDR berichtete am frühen Sonntag morgen noch, dass Alfred H. aus der 10. Etage des Rathauses gesprungen sei. Bei der nur eine Stunde später folgenden nächsten Nachrichtensendung war nicht einmal mehr vom Tod des 61jährigen berichtet worden. Das lokale Radio für den Landkreis Hameln-Pyrmont, Radio Aktiv, hat auf seiner Webseite ebenfalls am Sonntag morgen davon berichtet. Merkwürdigerweise wurde gegen Mittag der Artikel drastisch gekürzt: Jetzt hieß es auf einmal nurnoch, dass er „verstorben“ sei. Kein Wort mehr über die Umstände.

Merkwürdige Vorgänge, sodass man gespannt sein musste, was am Montag in der quasi-monopolistischen Lokalzeitung, der Dewezet (Deister- und Weserzeitung), stünde, die – wie alle in Hameln und Umgebung wissen – der CDU sehr nahe steht. Ja, es steht drin, dass Alfred H. verstorben ist. Auf der Titelseite aber kein Hinweis zur Ursache. Und im Lokalteil steht unter der Überschrift „Trauer und Betroffenheit über H.s Tod“ in einem kleinen Satz: Er „ist in der Nacht zum vergangenen Sonnabend freiwillig aus dem Leben geschieden.“

Sehr viel Zurückhaltung der Medien, von denen man das nicht kennt. Und sicherlich auch nur, weil es sich um Alfred H. handelt. Wenn ein beliebiger Otto Normal vom Rathaus gesprungen wäre, dann wäre der Tod uninteressant gewesen. Der Sprung hätte im Mittelpunkt der Medien gestanden.

Damit das nicht falsch verstanden wird: Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen, auch wenn ich H. immer für arrogant hielt und absolut nicht mochte. Aber ich finde es sehr unverständlich, wie anders in den Medien berichtet wird, nur weil er aus einem einflussreichen Umfeld stammt.

Hunger!

Na, da hatte der Administrator, der diesen (Mail-) Server eingerichtet hat, wohl ziemlichen Hunger auf eine italienisch-chinesische Spezialität:

Dec  4 17:58:50 pothe postfix/smtpd[27406]: connect from pizza.internetx.de[62.116.129.3]