Das Usenet-Experiment

Eine auch nur einmal im Usenet genutzte E-Mail-Adresse ist „verbrannt“, d. h. wird ohne Ende bespamt. Und das auch noch nach Jahren, wie ich in einem meiner Artikel hier im Blog berichtete.

Doch wie lange dauert es, bis der erste Spam auf eine Adresse, die im Usenet genutzt wird, eintrifft? Dieser Frage will ich nachgehen. Am heutigen 22.11.2006 um 18:46 Uhr ist das erste Usenet-Posting von mir mit einer neuen E-Mail-Adresse in der Gruppe de.soc.recht.steuern+buchfuehrung abgesetzt worden, etwas später ein weiteres in de.comp.lang.php.misc. Mal sehen, wann mein Mailserver die erste Spammail an diese Adresse verzeichnet.*

* Nur um es klarzustellen: Das Ergebnis dieses Experimentes wird niemals Allgemeingültigkeit erlangen, sondern immer nur eine speziellen Fall abbilden: Nämlich, wann diese eine genutzte E-Mail-Adresse das erste mal bespamt wird. Ich vermute ja, dass jemand, der in einer der BIG8-Gruppen postet, wesentlich schneller und häufiger bespamt wird, als jemand, der sich (fast) auf de.* beschränkt. Und natürlich ist es auch immer davon abhängig, wann die Gruppen nach Adressen geparst werden und welche Gruppen geparst werden. Aber zumindest kann dieses Experiment ein Indiz geben, wie lange es dauern kann. Oder wie kurz.

Nachtrag 27.11.2006: Es hat keine 5 Tage gedauert, bis der erste Versuch, Spam (UBE/UCE) auf dieser Adresse einzuliefern, stattgefunden hat:

Nov 27 03:15:12 pothe postfix/smtpd[31575]: NOQUEUE: reject: RCPT from unknown[61.129.82.68]: 554 Client host rejected: cannot find your hostname, [61.129.82.68]; from={megalottoqikom@web2mail.com} to={dieser.spam.stammt.aus.dem.usenet@$domain} proto=SMTP helo={web2mail.com}

Drachenwurst. Oder: Die spinnen, die Briten

Über die Ticker der Presseagenturen ging heute die Meldung, dass die zuständige Lebensmittelbehörde in Wales dem Hersteller der Wurstspezialität „Welsh Dragon“ („waliser Drachen“) untersagt habe, diesen Namen zu verwenden. Begründung: Die Natur des Fleischproduktes werde aufgrund des Produktnamens verschleiert. Da das Erzeugnis aus Schweinefleisch und Chilischoten hergestellt werde, aber keinerlei Spuren von Drachenfleisch enthalte, würde es sich bei dem Namen um Irreführung und damit unlauterem Wettbewerb handeln.

Gerüchteweise will die Bundesrepublik Deutschland aus dem gleichen Grund zukünftig den Vertrieb von Hundekuchen, Jägerschnitzel, Zigeunersoße und Kinderschokolade verbieten.

Wer ist Debora?

Bitte klärt mich auf: Wer ist Debora?

Wer sich jetzt fragt, warum ich das frage, hier die Antwort: Vor ein paar Tagen habe ich auf meinem Mailserver den Spamschutz geändert – auf der einen Seite einige sehr strenge Regeln deaktiviert, auf der anderen Seite wurde von mir Greylisting eingeführt. Nach solchen Änderungen in der Konfiguration kontrolliere ich immer über einen längeren Zeitraum die Logfiles meines Mailservers, um auszuschließen, dass „willkommene“ Nachrichten nicht ausgefiltert wurden (und für den Fall das doch, entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen und ggf. den Absender zu kontaktieren).

Dabei sind mir viele versuchte Zustellungen aufgefallen, die mehr als offensichtlich Spam sind und die deshalb vom Server gar nicht erst angenommen wurden: Entweder, weil die Empfänger-E-Mail-Adresse nicht existiert, der Einlieferer in einer Blacklist wie der sbl-xbl von Spamhaus steht oder es sich um eine dynamische IP-Adresse statt um einen anderen „normalen“ Mailserver handelt. Oder eben, weil es die erste Zustellung war und deswegen Greylisting zuschlug. An sich alles ganz normale Vorgänge. Weniger normal finde ich dagegen, welche (vermeintlichen) E-Mail-Adressen die Absender haben. Denn da finden sich hunderte, ja tausende, verschiedene, die eines gemeinsam haben: Debora. Z. B.: deboranagliati@canal13.com.ar, deborammag@canal3.com.gt, deborahmills6@cambriagroup.com, deborallanasyjay@calcanet.com, deborarodrigo@cairnmarketing.com, deborahmueck@candleinthewind.com, deboramarrocos@calimamotor.com.co usw. usf.

Alles klar? Nein! Deswegen frage ich noch einmal: Wer ist Debora?

Es tut sich was bei 1&1

Bereits vor einiger Zeit schrieb ich hier, dass die Technik bei 1&1 nicht so will, wie sie eigentlich sollte. Nun, gestern bekamt ich auf eine fast 10 Tage alte Mail an den Support eine Antwort, die mal wieder aus den üblichen Textbausteinen bestand und nur scheinbar auf die eigene E-Mail einging.

Genug war genug – also rief ich direkt in Montabaur an und habe mich im Vorstandssekretariat beschwert – genauer: Ich wollte mich da beschweren, allerdings bin ich nicht durchgekommen, da wohl schon der Feierabend erreicht war. Die freundliche Dame an der Telefonzentrale hat meine Daten aufgenommen und heute erhielt ich den Rückruf. Nicht vom Vorstand, nicht vom Vorstandssekretariat, aber von einem Techniker, der – wie es mir schien – zur seltenen Spezies des kompetenten Leute bei 1&1 gehört. Und der laut eigener Aussage wegen meiner Beschwerde dem Vorstand berichten müsse.

Wie dem auch sei: Mir wurde versprochen, dass die neuen IP-Bereiche 89.14.x.x jetzt endlich auch in Nameserver und Newsserver eingetragen und als berechtigt freigeschaltet werden. Na, wollen wir doch mal hoffen, dass es sich jetzt wirklich nur noch um Stunden bis wenige (maximal 3) Tage handelt, bis ich endlich meinen geliebten news.online.de wiederbekomme 🙂

Übrigens: Als Hintergrund wurde angegeben, dass das Angebot 3DSL viel erfolgreicher war, als vom Unternehmen geplant. Innerhalb von nur vier Wochen wurden den Angaben zufolge über 100.000 neue DSL-Kunden gewonnen, zuzüglich sehr vieler Bestandskunden, die in den neuen Tarif gewechselt sind (auch solche, die eigentlich noch eine längere Vertragsbindung in teureren älteren Tarifen hatten – um auch mal eine positive Seite bei 1&1 zu nennen).

Ergänzung 16:15 Uhr: Der Newsserver tut jetzt auch, wenn man IP-Adressen 89.14.x.x zugewiesen bekommt. Endlich und Danke an Herrn T. von 1&1.

MediaMarkt – wohl doch blöd gelaufen

Wie bei Heise zu lesen ist, scheint die Gerechtigkeit doch zu siegen: Der MediaMarkt und sein ach so toller Anwalt Steinhöfel haben endlich einen – wenn auch nur kleinen – Riegel vorgeschoben bekommen. Es wird dabei die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung zietiert: >das Gericht [Landgericht München, A. Pothe] habe in sechs Verfahren Anträge von Media-Märkten auf einstweilige Verfügungen als „missbräuchlich und damit unzulässig“ zurückgewiesen. Das Gericht unterstütze die abgemahnten Online-Händler in ihrer Ansicht, die Tochter des Metro-Konzerns versuche sie mit Hilfe des Wettbewerbsrechtes zu schikanieren und Kosten aufzubürden. Beim Vorgehen der Media-Märkte dominiere das „Gebührenerzielungsinteresse“<

Zu meinem allergrößten Bedauern scheint es aber andere Gerichte zu geben, die keine geschäftliche Massenabmahnung zum Zweck der Gebührenerzielung erkennen wollen – schließlich sei (fast?) jeder MediaMarkt mit einer eigenen Gesellschaft ausgestattet.

Ich habe für mich jedenfalls beschlossen, um den MediaMarkt bis auf weiteres einen großen Bogen zu machen, da mir deren Machenschaften überhaupt nicht gefallen. Allerdings fällt mir das auch nicht sonderlich schwer, da ein Synonym für diese Kette ja sowieso TeuerMarkt ist – die Angebote, wo MediaMarkt auch nur halbwegs mit anderen regionalen wie überregionalen Anbietern mithalten kann, muss man mit der Lupe suchen. Meist aber gibt es die gewünschten Produkte woanders günstiger, teilweise sogar deutlich günstiger. Und entsprechend selten habe ich überhaupt einen solchen Laden besucht und noch seltener dort was gekauft (eigentlich nur dann, wenn ich etwas dringend brauchte und er das einzige Geschäft vor Ort war, der den Artikel vorrätig hatte).

Gewinnspielservice Hamburg

„Guten Tag – Sie haben gewonnen! Sie sind in diesem Monat ausgelost worden, zwei mal auf unsere Kosten Lotto zu spielen! Das ganze ist für Sie kostenlos. Sie müssen nur nach dem Signalton kurz ‚Ja‘ sagen und dranbleiben. Auch dieses Telefonat ist natürlich für Sie kostenlos! Achtung, jetzt kommt der Signalton *piep*“ – So klang es heute Abend um 18:42 Uhr an meinem Telefon. Die Rufnummer wurde vom Anrufcomputer natürlich unterdrückt.

Da ich sowieso mal eine kleine Pause brauchte, bin ich einfach mal drangeblieben und habe ‚Ja‚ in das Telefon gehaucht. Jetzt sollte man meinen, dass man schnell bedient wird – doch nicht bei diesem Telefon-Spamer. Da wartet man geschlagene zwei Minuten, bevor sich am anderen Ende jemand meldet. Das war (angeblich) eine Frau Krüger vom Gewinnspielservice Hamburg: „Gewinnspielservice Hamburg – mit wem spreche ich bitte?“ – „Müller, mein Name. Wer sind Sie bitte?“ – „Ich bin Frau Krüger vom Gewinnspielservice Hamburg“ – „Nein, ich meine, wo sitzen Sie? Sie müssen doch eine Adresse haben“ – *klack*

Ich muss meine Strategie noch ändern, um an die Adressen der Spamer zu kommen, um rechtliche Schritte einleiten zu können.

Alternativ wäre es eine Überlegung wert, die Telefonbucheinträge löschen zu lassen. Aber ob es das wirklich bringt?

Tschüss Roxio – Willkommen Nero!

Ich habe immer gern mit WinOnCD gearbeitet. Dieses Brennprogramm lag in der Version 3 meinem ersten CD-Brenner bei, einem Mitsumi mit DoubleSpeed (hach, waren das noch Zeiten). Später erwarb ich ein Upgrade auf die Version 5 Pro, für einen rein privat genutzten Rechner holte ich mir die Gratis-Version WinOnCD 6 PE.

Nun sollte auf einem neuen PC auch eine neue Brennsoftware zum Einsatz kommen. Da ich WinOnCD schon gewohnt war, entschied ich mich für eben dieses Programm in der neuen Version 9. Doch halt, was ist das? „Internetverbindung erforderlich für Softwareaktivierung“ ist auf der Verkaufverpackung zu lesen. Wie jetzt? Nun soll auch ein Brennprogramm schon Zwangsaktiviert werden? Ohne Möglichkeit, dieses auch noch zu machen, sollte der Hersteller mal seine Pforten schließen?

Nein danke. Da habe ich lieber 5 EUR mehr ausgegeben und NERO 7 Premium Reloaded erworben. Nicht nur, dass diese Software nicht aktiviert werden muss (also auch nach einer möglichen, wenn auch hoffentlich nie eintretenden Insolvenz des Herstellers noch funktioniert) nein, in diesem Programm fühlt man sich auch noch sofort heimisch. Ohne Eingewöhnungsschwierigkeiten habe ich mich sofort zurechtgefunden, und – anders als WinOnCD in den Version 5 und 6 – hat dieses Programm meine Vorlieben auch sofort abgespeichert und mir beim nächsten Brennvorgang als Standard vorgegeben. Kein Wunder also, dass in vielen Zeitschriften bei einem direkten Vergleich der beiden Konkurrenten meistens Nero als Sieger hervorgeht.
Vielleicht hätte Roxio allen Komfort, den Nero bietet, mit WinOnCD 9 auch geboten – dank des Aktivierungszwangs (frei nach dem Motto: Der Ehrliche ist der Dumme) kann ich es nicht testen, da der Wettbewerb mich nicht derart einschränkt. Andere Mütter haben eben auch schöne Töchter.