1&1 und das Versuchskaninchen namens Kunde

Gleich mal vorab: Insgesamt war ich mit 1&1 nie wirklich unzufrieden. Im Gegenteil, dank deren Angebot 3DSL spare ich bei normalerweise guter bis sehr guter Leistung sogar viel Geld, da ich so als Monatspauschale gerade mal 29,95 EUR bezahle für DSL-Leitung, DSL-Internetzugang und VoIP-Flatrate für das deutsche Festnetz. Woanders zahlt man allein für die DSL-Leitung schon genauso viel, wenn man – wie ich – einen 16000er Zugang hat, und muss für Internet und Telefonie noch extra zahlen.

Derzeit allerdings muss man – fast schon wütend – feststellen, dass 1&1 die eigenen Kunden verärgert, indem sie als Versuchskarnickel herhalten müssen. Man muss nämlich wissen, dass dieses zum börsennotierten Internetkonzern United Internet gehörende Unternehmen seit einiger Zeit einen eigenen IP-Adressbereich 89.12.x.x besitzt, der über den Backbone von Telefonica / Mediaways geroutet wird, seine eigenen, dem Kunden dienenden Server aber nicht darauf einrichtet. Und viele 3DSL-Kunden werden über diesen Backbone geroutet statt wie bisher über den Telekom-Backbone.

Anfangs gab es das Problem, dass der von 1&1 bereitgestellte Newsserver meinte, dass er keine Newsgruppen führt, wenn man eine solche 1&1-eigene IP bei der „Einwahl“ zugewiesen bekam. Nicht so, wenn man eine IP-Adresse aus dem Pool der Telekom erhielt, dann führte er die richtigen Listen. Also muss man seine Zugangsdaten so wählen, dass man eine Telekom-IP erhält.

Mittlerweile ist dieses Problem behoben, dafür hakt es jetzt woanders: Scheinbar mögen die für VoIP (oder wie 1&1 es nennt: DSL-Telefonie) zuständigen SIP-Server keine Gespräche ins Festnetz vermitteln, wenn der Kunde eine dieser Telefonica-IPs hat (die übrigens im DNS auf xxx.pool.einsundeins.de auflösen…). Habe ich eigentlich schon gesagt, dass VoIP über die SIP-Server von 1&1 wunderbar funktioniert, wenn man eine IP aus dem Pool der Telekom (xxx.t-dialin.net) bekommt?

Ich stelle mir hier wirklich die Frage, wer im Hause 1&1 unfähig ist: Die technische Leitung, welche Koordinationsschwierigkeiten hat und nur der Hälfte aller Techniker sagt, was Sache ist, oder die Admins, die für die Einstellungen der Server zuständig sind. Mir als Kunden ist das ziemlich egal, ich will nur die Leistung, für die ich bezahle. Und zwar ohne Tricks.

Ach ja, der Trick: Durch die Wahl der Zugangskennung kann man beeinflussen, aus welchem Pool man eine IP erhält und damit auch, über welchen Backbone der Zugang zum Internet erfolgt:
1und1/xxxx-xxx@online.de = Standardkennung, es ist (gebietsabhängiger?) Zufall, wo man landet.
T1und1/xxxx-xxx@online.de = Telefonica-Backbone, IP aus xxx.pool.einsundeins.de
D1und1/xxxx-xxx@online.de = Deutsche-Telekom-AG-Backbone, IP aus xxx.t-dialin.net
1und1/xxxx-xxx = Deutsche-Telekom-AG-Backbone.
Ob diese Zuordnungen für immer und ewig bestehen bleiben, weiß ich nicht. Ich befürchte mal, dass dem nicht so sein wird und habe auch Angst vor dem Tag, an dem es nicht mehr funktioniert. Aber erst einmal hilft es.

Ach, übrigens: Zumindest bei mir ist der Telekom-Backbone wesentlich schneller: Von mir zu blog.pothe.de sind es über Telefonica/Mediaways heute 18 Hops mit 46ms Ping-Zeit, über Telekom nur 9 Hops mit 20ms Ping (gemessen am 16000-DSL2+-Anschluss mit Fastpath).

7 thoughts on “1&1 und das Versuchskaninchen namens Kunde”

  1. Hallo,

    danke für diesen Tipp. Bin durch meinen Eintrag auf dem Newsserver darauf gekommen und werde dies gleich mal testen.

    Schönen Gruß

  2. Ich kenne das Problem und es ist sehr nervig, danke für den Trick.

    Könnte man durch diese änderung seitens 1und1, Außerordentlich Kündigen, immerhin stellt es ja einen massiven leistungseinbruch dar.

    grüße
    Z. Sasvari

  3. Pingback: pothe.de/blog

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