Die Zukunft kommt mit Verspätung
Freitag, den 30. März 2007Der Rundfunk wird digital, Digital gehört der Zukunft. Bis voraussichtlich 2010 sollen die alten “analogen” Übertragungswege abgeschaltet werden, so sie überhaupt noch existieren. Gehören Sie zu denjenigen, die bereits digitalen Fernsehempfang haben, sei es durch das “Überallfernsehen”, welches seinen Namen nicht verdient, also das in einigen elitären Gebieten über Zimmerantenne empfangbare DVB-T, über Kabel (DVB-C), oder über Satellit (DVB-S bzw. DVB-S2)? Haben Sie noch dazu über den gleichen Weg den Zugang zu dem alten, analogen Fernsehen? Dann haben Sie vielleicht dieses Phänomen auch schon festgestellt:
Meine Eltern haben Ihren Kabelanschluss aufrüsten lassen, neben dem “alten” analogen Kabel können sie über Decoder nun auch digital fernsehen. Stellt man nun zwei Fernseher nebeneinander, betreibt den einen über Analogempfang, den anderen über Digitaldecoder, fällt auf, dass – je nach eingeschaltetem Sender – das Digitalbild zwischen 2 und 10 Sekunden verzögert kommt.
Ganz klar, unbestritten, das digitale Fernsehen hat seine Vorteile: 16:9-Sendungen etwa werden auch als solche übertragen, d. h. es kommt am Fernseher das anamorphe Bild an, während im analogen Kabel solche Sendungen im 4:3-Letterbox übertragen werden, also mit schwarzen Balken oben und unten (auf 16:9-Fernsehern kann man das Bild zwar zoomen, die Qualität ist aber sichtbar geringer als bei echter 16:9-Übertragung).
Aber es gibt eben auch Nachteile: Schaut man sich ein spannendes Fußballspiel an, z. B. bei der Euro2008 das Finale Deutschland gegen Frankreich, hört man schon die Jubelschreie des analogschauenden Nachbarn, bevor man 10 Sekunden später sich selbst über das 2:0 freuen kann. Und irgendwie ist man dann “nur dabei statt mittendrin” (frei nach dem Jingle eines ehemaligen Sportsenders, der sich mittlerweile überwiegend auf “Call-In-Shows” spezialisiert hat)…




