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Andreas Pothe Blog


1&1 und das Versuchskaninchen namens Kunde

Gleich mal vorab: Insgesamt war ich mit 1&1 nie wirklich unzufrieden. Im Gegenteil, dank deren Angebot 3DSL spare ich bei normalerweise guter bis sehr guter Leistung sogar viel Geld, da ich so als Monatspauschale gerade mal 29,95 EUR bezahle für DSL-Leitung, DSL-Internetzugang und VoIP-Flatrate für das deutsche Festnetz. Woanders zahlt man allein für die DSL-Leitung schon genauso viel, wenn man – wie ich – einen 16000er Zugang hat, und muss für Internet und Telefonie noch extra zahlen.

Derzeit allerdings muss man – fast schon wütend – feststellen, dass 1&1 die eigenen Kunden verärgert, indem sie als Versuchskarnickel herhalten müssen. Man muss nämlich wissen, dass dieses zum börsennotierten Internetkonzern United Internet gehörende Unternehmen seit einiger Zeit einen eigenen IP-Adressbereich 89.12.x.x besitzt, der über den Backbone von Telefonica / Mediaways geroutet wird, seine eigenen, dem Kunden dienenden Server aber nicht darauf einrichtet. Und viele 3DSL-Kunden werden über diesen Backbone geroutet statt wie bisher über den Telekom-Backbone.

Anfangs gab es das Problem, dass der von 1&1 bereitgestellte Newsserver meinte, dass er keine Newsgruppen führt, wenn man eine solche 1&1-eigene IP bei der “Einwahl” zugewiesen bekam. Nicht so, wenn man eine IP-Adresse aus dem Pool der Telekom erhielt, dann führte er die richtigen Listen. Also muss man seine Zugangsdaten so wählen, dass man eine Telekom-IP erhält.

Mittlerweile ist dieses Problem behoben, dafür hakt es jetzt woanders: Scheinbar mögen die für VoIP (oder wie 1&1 es nennt: DSL-Telefonie) zuständigen SIP-Server keine Gespräche ins Festnetz vermitteln, wenn der Kunde eine dieser Telefonica-IPs hat (die übrigens im DNS auf xxx.pool.einsundeins.de auflösen…). Habe ich eigentlich schon gesagt, dass VoIP über die SIP-Server von 1&1 wunderbar funktioniert, wenn man eine IP aus dem Pool der Telekom (xxx.t-dialin.net) bekommt?

Ich stelle mir hier wirklich die Frage, wer im Hause 1&1 unfähig ist: Die technische Leitung, welche Koordinationsschwierigkeiten hat und nur der Hälfte aller Techniker sagt, was Sache ist, oder die Admins, die für die Einstellungen der Server zuständig sind. Mir als Kunden ist das ziemlich egal, ich will nur die Leistung, für die ich bezahle. Und zwar ohne Tricks.

Ach ja, der Trick: Durch die Wahl der Zugangskennung kann man beeinflussen, aus welchem Pool man eine IP erhält und damit auch, über welchen Backbone der Zugang zum Internet erfolgt:
1und1/xxxx-xxx@online.de = Standardkennung, es ist (gebietsabhängiger?) Zufall, wo man landet.
T1und1/xxxx-xxx@online.de = Telefonica-Backbone, IP aus xxx.pool.einsundeins.de
D1und1/xxxx-xxx@online.de = Deutsche-Telekom-AG-Backbone, IP aus xxx.t-dialin.net
1und1/xxxx-xxx = Deutsche-Telekom-AG-Backbone.
Ob diese Zuordnungen für immer und ewig bestehen bleiben, weiß ich nicht. Ich befürchte mal, dass dem nicht so sein wird und habe auch Angst vor dem Tag, an dem es nicht mehr funktioniert. Aber erst einmal hilft es.

Ach, übrigens: Zumindest bei mir ist der Telekom-Backbone wesentlich schneller: Von mir zu blog.pothe.de sind es über Telefonica/Mediaways heute 18 Hops mit 46ms Ping-Zeit, über Telekom nur 9 Hops mit 20ms Ping (gemessen am 16000-DSL2+-Anschluss mit Fastpath).

7 Reaktionen zu “1&1 und das Versuchskaninchen namens Kunde”

  1. Hugdon

    Hallo,

    danke für diesen Tipp. Bin durch meinen Eintrag auf dem Newsserver darauf gekommen und werde dies gleich mal testen.

    Schönen Gruß

  2. DSL Tarife Blog » Blog Archiv » 3DSL Erfahrungen

    [...] Für die meisten Interessenten ist das Angebot besonders dann verlockend, wenn man in einem Gebiet wohnt, wo die volle Bandbreite verfügbar ist, denn dann kommen die Vorzüge voll zum tragen und der 3DSL wirkt wie geschenkt. Die Movie Flatrate wird von den meisten Nutzer als schöne Dreingabe bestrachtet aber viel fragen sich, ob man die denn überhaupt braucht und ob sich das Angebot wirklich lohnt. Wer 3DSL dann einmal bestellt hat, der ist auch ziemlich zufrieden und nur gelegentlich kommt es zu Problemen bei der Abstimmung zwischen 1und1 und der T-Com bzw. machmal auch bei der Beratung im Laden der Telekom… Vereinzelt wird sich aber auch über leichte technische Unstimmigkeiten beschwert, die später aber aus der Welt geschafft werden konnten. [...]

  3. blog.POTHE.DE » Blog Archiv » 1&1 und das Versuchskaninchen namens Kunde - Teil 2

    [...] Schon am 12. Oktober schrieb ich einen Artikel darüber, dass 1&1 seine Kunden als Versuchskaninchen benutzt. Die letzten Tage lief es ja – Gott sei Dank – einwandfrei. Ich bekam immer IP-Adressen aus den Bereichen 89.13.x.x und 89.12.x.x, wo es nie Probleme gab. [...]

  4. monstar-x

    Ich kenne das Problem und es ist sehr nervig, danke für den Trick.

    Könnte man durch diese änderung seitens 1und1, Außerordentlich Kündigen, immerhin stellt es ja einen massiven leistungseinbruch dar.

    grüße
    Z. Sasvari

  5. blog.POTHE.DE » Blog Archiv » Mehrwertsteuer? Das kommt 1&1 teuer!

    [...] Ach ja, berechtigt ist diese Nachberechnung übrigens nicht: Da die Domain pothe.de, für die hier der eine Cent nachberechnet wird, bereits im Dezember zu einem anderen Anbieter umgezogen ist, endete auch die Dauerleistung im Dezember, d. h. die Gesamtleistung ist 2006 erbracht worden und somit vollständig mit 16% zu versteuern. Aber ich will wegen eines einzigen Cents 1&1 nicht mit Tatsachen verwirren. Das könnte bei den Leistungen der 1&1-Mitarbeiter gehörig ins Auge gehen… [...]

  6. blog.POTHE.DE » Blog Archiv » Jetzt mal ein Super-Service bei 1&1

    [...] habe hier ja schon über einigen Ärger mit 1&1 berichtet, aber heute muss ich dieses Unternehmen wirklich mal loben: Am [...]

  7. pothe.de/blog

    Telekom-Backbone erzwingen für 1&1-Kunden…

    Im Artikel “1&1 und das Versuchskaninchen namens Kunde” zeigte ich eine Möglichkeit auf, wie die meisten 1&1-Nutzer durch einfache Manipulation der Zugangsdaten selbst auswählen konnten, ob der Mediaways- oder der Telekom-Backbone…

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